6. ... nach Frankfurt

Heute passiert eigentlich gar nicht viel und der ganze Tag ist in drei Sätzen aufgeschrieben. 

Am Anfang werde ich in der Natur sein, später erlebe ich Städte die immer größer werden. Ich werde Rad fahren, einiges erlaufen, einfach irgendwo sitzen, viel staunen, Menschen beobachten, mit Menschen reden und gute Musik hören. Ach ja, ein paar Bierchen sind auch noch drin. 

 

Dass der Tag unvergesslich wird entscheidet sich schon am frühen Morgen. Dabei entfaltet er sich ganz alleine. Klar ist es ganz wunderbar, dass heute die Sonne scheint und die Vögel zwitschern. Zur Dusche gibt es den Wetterbericht, es wird der heißeste Tag des Jahres. Oha, mal wieder! Der einzige Fauxpas des Tages geschieht beim an sonst perfektem Frühstück. Beim Köpfen des Frühstückeis erblicke ich blau gekochtes Dotter. Uaah!  Aber dem Eklat gebe ich gar keine Chance, Einfluss auf mein sonniges Gemüt und das pure Leben zu nehmen. 

 

Bevor ich mich aber über die weitere Funktionsweisen des Universums auslasse, entdecke ich, dass Hanau eine Philippsruhe hat und Offenbach am Meer liegt. An der alten Fähre grüßt ein Smiley vom Verbotsschild und auf dem Main finden Ruderwettkämpfe statt. Das Boot mit den hübschesten Mädels gewinnt. Dann sind Afghanen mit ihrem Betreuer unterwegs und ich sehe die wahrscheinlich imposanteste Skyline Deutschlands. Ulli ist in Frankfurt. 

  

Ich starte begeistert in die Stadtbesichtigung. Das eine solche anstrengend sein kann, merke ich später noch. Abends sitze ich auf der Sachsenhäusener Mainseite und beobachte den Sonnenuntergang über der Stadt und Fluss. Neben mir knistert das erste Feuerchen und ein Bierchen darf jetzt sein. Was habe ich nicht alles gesehen? Römerberg, Börsenplatz, die Kaiserstraße, Goetheplatz und vieles mehr. Das Iraker für ein friedlichen Irak laut pfeifend protestieren, konnte ich nun einmal live erleben. Die dazu gehörende Hundertschaft Polizei natürlich auch. Mein Quartier ist heute die Jugendherberge (http://www.jugendherberge-frankfurt.de/ 28 € mit Frühstück, Vierbettzimmer). Sie liegt am Deutschherrenufer und ist heute eingebettet in einem Straßenfest mit Livemusik, Ständen a la Couleur und jeder Menge kreativem Kinderquatsch. Durch die Stände habe ich mich gerade durchgefressen. Vor mir auf dem Main wird Wasserski gefahren und ein Dampfer gefüllt mit schrillem Techno kommt auch noch vorbei. Am Ufer wird fleißig mitgefeiert. Ich mache mich noch mal über den Eisernen Steg und zähle die Hochzeitsschlösser und beobachte junge Asiatinnen im Selfie Rausch. Am Goetheplatz finde ich die richtigen Straßenmusikanten mit der richtigen Melodie für mein Gemüt. Jazzlastige französische Popmusik a la Zaz. Voll schön! J

 

Fazit: Lichtschutzfaktor 30 und ich habe mir das Gesicht verbrannt. 


Alle Tage findet ihr hier: https://www.ulliunterwegs.de/jakobsweg/


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