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Kulturradeltour

Auch ein Kurztrip möchte manchmal erzählt sein. 

In jeder Erzählung gibt es früher oder später einige Knacknüsse zu lösen. Die erste Schwierigkeit liegt eigentlich darin, dass ich an einen Donnerstag gar nicht frei nehmen kann. Egal dann heißt es eben vorarbeiten. Geschafft. Es ist eben ein Donnerstag und ich bin schon frühmorgens, kurz nach Sechs, mitten im Geschehen. Der zweite kitzliger Punkt erfolgt gleich an der langen Lauter. Die hinteren Bremsbelege lösen sich ohne Vorwarnung in Luft auf und es kreischt Eisen auf Eisen. Wer schon einmal vom Rennsteig nach Suhl gefahren ist, der weiß wie steil das mitunter werden kann. Nur mit Vorderbremse und Geduld erreiche ich gerade noch rechtzeitig den Zug der mich nach Bad Salzungen bringt. Gleich in dem Park hinter dem Bahnhof treffe ich einen Storch und nehme das als gutes Omen. Der nächste Ort ist Tiefenort an der Werra und der Fahrradladen öffnet genau in der Minute, als ich eintreffe. Zehn Minuten später habe ich neue Bremsbelege und Dank des Storches wird der Tag ab nun ungeheuer schön. Genieße Käffchen in Philippsthal, bewundere Landschaften rund um den Kalimascharo und zur besten Zeit bin ich Bad Hersfeld. 

 In der Jugendherberge erlebe ich gerade genervte Autofahrer, die auf Grund des Hessentages einige hundert Meter laufen müssen. Die Armen, ich schenke ihnen eine Tüte Mitleid. Frisch geduscht stürze ich mich ins Getümmel und kann gar nicht alles aufzählen.  Street Food, Zollauktion, Polizeikaffee, HR 4 Party, Licherbiergarten, Riesenrad, Feuer und Flamme mit evangelischen Kaffee und vieles vieles mehr. Boa! ZZTop-Fans, die erkennt man irgendwie, strömen schon der Arena entgegen. Die Pforte öffnet wohl schon 17 Uhr. Ich fahre aber erstmal gegen meine Höhenangst an und fahre Riesenrad. Kurz vor sieben bin ich in der Arena und schaffe es irgendwie bis in die erste Reihe. Wahnsinn. 

Das mit der Vorband ist schon lustig, es wird improvisiert., was das Zeug hält. Nur zwei Stunden vorher erfährt wohl Liedermacher Janne, dass er den Support für ZZTop mucken darf. Er macht es gut und singt sehr poetisch über die kleinen Dinge. Dann aber wird erbarmungslos losgerockt. Die siebzigjährigen Bärte lassen es richtig krachen. Nach siebzig Minuten ist aber Schluss. Ich würde das Konzert als heftig, kurz und knackig bezeichnen. Später bin ich dann im Licherbiergarten zur Freiluftdisco und feire noch ein bisschen ab. 

 Mit ICE und Bummelzug ging es am nächsten Tag wieder in die Schicht. 


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